Liebe Gäste,

bei uns kehrt keine Ruhe ein.

Mittwochnachmittag, den 16.7.08 wurde Hassan vor dem Gerichtsgebäude in El Tour von Bedouinen entführt. Man fand sein Auto angeschossen mit offen stehenden Türen mitten in der Stadt. Vieles haben wir, seine Freunde und Rechtsanwälte, versucht in Bewegung zu setzen. Ich habe an Innen-, Außen-, Prime Minister sowie Präsident Mubarak telegraphiert und um Hilfe gebeten sowie einen Polizeibericht in Dahab aufnehmen lassen. Von der Regierung in Kairo wurde laut verschiedenen Aussagen ein unglaubliches Aufgebot an Polizei mobilisiert um meinen Mann lebend aus den Händen der Entführer zu befreien.

Gegen 15 Uhr am Donnerstag erhielt ich einen Anruf von Hassan von der Polizeistation in St. Catherine, es gehe ihm den Umständen entsprechend gut und er wird von der Polizei nach El Tour gebracht, wo ich ihn treffen sollte.

Ca. 20 Uhr konnte ich Hassan in der Polizeistation El Tour wieder in die Arme schließen. Ziemlich verletzt, das Bein kaputt und der gesamte Körper geschwollen und mit Blutergüssen übersät, besonders Augen und Ohr waren in Mitleidenschaft gezogen, aber er ist am Leben.

Er wurde in eine Oase bei St. Catherine auf der Ladefläche eines Pickups entführt. Schon während der Fahrt wurde er bewusstlos geschlagen und getreten. Dort an einen Baum an Armen und Beinen aufgehängt und u.a. 'Schießübungen' mit ihm als Ziel gemacht. Gefesselt und mit einer Schlinge um den Hals hat jeder der Entführer ein Stück seines Bartes abgeschnitten, was in Ägypten ein Zeichen von Entehrung des Mannes ist.

Direkt nach meiner Ankunft in El Tour ging es zum Krankenhaus zur Erstversorgung, dann Staatsanwaltschaft und wieder Polizei in El Tour. Unser Auto ist seit der  Schießerei fahruntauglich und dient der Polizei zu weiteren Untersuchungen.

Nachts 2 Uhr konnten wir El Tour verlassen und nach Kairo aufbrechen. Nach viel Schlaf und glücklichem Wiedersehen mit Familie und Freunden war ein weiterer Krankenhausbesuch in Kairo nicht vermeidbar. Das Bein liegt jetzt in Gips.

Gestern war Hassan beim Innenminister um sich zu bedanken und die weitere Vorgehensweise bzgl. unseres Hotel SIRTAKI zu besprechen. Heute ist Hassan beim Oberstaatsanwalt in Ismailia. 

Wie es weiter gehen wird, ist mir derzeit unklar. Diese gesamte Geschichte ist für mich so unglaublich, daß ich selbst nicht weiß damit umzugehen, denn seit fast 6 Monaten versuchen wir das Problem, von Bedouinen ausgelöst, zu lösen.

Nur ein Positives kann ich der gesamten „Geschichte“ abgewinnen:   

                -- Wir kennen jetzt unsere Freunde.  --

Bei Neuigkeiten melde ich mich wieder und ich hoffe nur noch Positives berichten zu können.

Euch ganz lieben Dank

Heidi

 

 

 


 

 

               Dahab, 17.5.2008
  Liebe Freunde und Gaeste,

  heute frueh ging der Gerichtsvollzieher aus El Tur zur Polizei in Dahab um folgendes Gerichtsurteil    vom     23.4.2008 unter Polizeischutz zu vollstrecken:
„ Zurueckgabe von Hotel SIRTAKI an den Eigentuemer Hassan A. Enin“.

   Mit folgender Begruendung der Polizei wurde die Uebergabe des Hotel SIRTAKI an den    

 Eigentuemer absagt:    

   Es gibt nicht ausreichend Polizeischutz in Dahab, um eine reibungslose Uebergabe des Hotels    SIRTAKI zu garantieren. Es ist nicht sichergestellt, dass die Polizei die Familie des Eigentuemers (sprich: meinen Mann, meinen Sohn und mich) einschliesslich Gerichtsvollzieher und Mitarbeiter des Hotel SIRTAKI vor den Bedouinen schuetzen kann.

Viele Gruesse

Heidi

      


                                                              

Dahab, 11.5.2008

  Liebe Freunde,

drei Monate sind nach dem bewaffneten Ueberfall von ca. 200 Bedouinen auf unser Hotel SIRTAKI vergangen. Nun gibt es Neuigkeiten.

Die Oberstaatsanwaltschaft vom Sinai in El Tur hat folgendes Urteil gefaellt. 

>>Das Hotel SIRTAKI  einschliesslich unserer Wohnung ist an Hassan A.Enin, meinen Mann, zurueckzugeben.<< 

Das Gericht in Suez hat den 17.5.2008 um 8.00Uhr fuer die Ubergabe von unserem Hotel SIRTAKI einschliesslich unserer Wohnung durch einen Gerichtsvollzieher und die Polizei an Hassan A.Enin festgelegt.

Die erste Gerichtsverhandlung wurde gestern am 10.5.2008 im Gericht Nuweiba, gegen zwei der fuehrenden Bedouinen, die den Anschlag organisiert und durchgefuehrt haben, abgehalten.

Liebe Freunde und Gaeste, ich danke Euch fuer Eure Unterstuetzung und Solidaritaet in jeglicher Hinsicht. Bisher brauchten wir viel Geduld und moralische Unterstuetzung um den Rechtsstreit durchzufechten. Jetzt ist der Schaden durch den Gerichtsvollzieher am 17.5.08 zu beziffern und nachdem wir uns selbst ein Bild ueber das Ausmass der Zerstoerung machen koennen, wird es  an den Wiederaufbau gehen. Sobald ich Naeheres in Erfahrung gebracht habe, melde ich mich wieder.

Habt Dank fuer Eure Hilfe und Euer Verstaendnis.

Viele Gruesse

 

Heidi

Hotel SIRTAKI

E-Mail  sirtaki@sirtakidive.com


 

 

Dahab, 20.02.08

 Liebe Freunde,

klar jetzt steht die Frage im Raum "Warum?".
Einiges an Hintergrundinformationen kann ich liefern.
Vorweg wir sind nicht die Einzigen. Jedoch sind wir das erste groessere Hotel.
Und zu beachten, wir sind die Ersten, die die sogenannten 'Schutzgelder' nicht bezahlen. D. h. wir sind der erste aktenkundige
Fall bei Polizei und Gericht.
Hier einige Beispiele aus der letzten Zeit von Plaetzen, die Bedouinen mit Gewalt besetzt haben und wo letztlich Gelder an die
Bedouinen flossen, so dass die Polizei nicht eingreifen musste:

- Negm Paradise Camp
- Restaurant Farfafha
- Moon Valley Camp
- Bird's House Camp
- Dive Center Desert Divers
- Abdl Hamid Butcher
- Venezia Supermarket

Nach der Besetzung von SIRTAKI am 10.2.08 ist bereits das naechste Objekt (Star of Dahab Camp) besetzt worden.

Die Abstaende dieser Uebergriffe sind immer kuerzer und die Gewaltbereitschaft der Bedouinen immer groesser. Einige Personen
wurden krankenhausreif geschlagen.

Wir kaempfen um unser schoenes SIRATKI - unser Eigentum- auf dem Wege des Gesetzes. Ob es uns in diesem Staat moeglich sein
wird, werden wir sehen.
Wir danken allen Freunden, die an unserem Schicksal teilhaben und uns somit moralisch sehr unterstuetzen. Danke!
Viele Gruesse

Heidi

 

 

 Mein Bericht ist lang, deshalb hier erst eine Zusammenfassung an Fakten.

Am Morgen des 10.2.08 haben an die 200 Bedouinen SIRTAKI und unsere Wohnung mit Waffengewalt besetzt. SIRTAKI Mitarbeiter
wurden geschlagen und gepruegelt und ihr Eigentum wurde ihnen genommen.
Hassan, der sich in der Wohnung befand konnte den Bedouinen entkommen.
In der Zwischenzeit ist von uns Anzeige erhoben worden wegen Freihheitsberaubung, Stehlen und Zerstoeren von Privateigentum.
Die Staatsanwaltschaft hat sich bereits ein Bild der Ausschreitungen machen koennen.
Seit Mittag des 10.2. wird das Hotel durch die Polizei bewacht.
Weder SIRTAKI noch unsere Wohnung kann betreten werden.
Hassan und sein Rechtsanwalt stehen unter Polizeischutz.
Adam und ich, wir haben uns versteckt.
In dem Moment wo es moeglich ist und sich hier an der Situation sich etwas aendert, werde ich wieder von hier berichten und
Euch informieren

 

 

 

 

Liebe Freunde, 
wie ich anfangen soll weiss noch nicht. Ich bin entsetzt und meine Gedanken sind wie weggeblasen. Ich fuehle keinen Hass,
keine Traurigkeit sondern nur Leere. Seit 10 Jahren lebe ich hier in Aegypten und wir haben in der Zwischenzeit viel an
Freundschaft zu Land und Leuten und lieben Gaesten aus aller Welt aufgebaut. Mein Herz ist voll mit Erinnerungen an schoene, warme und sonnige Zeiten mit Freunden.  Der 1. Schock, das Bombenattentat in Dahab vor fast 2 Jahren. Aber es waren alle gleichermassen betroffen. Und jetzt…?
Ich komme spaet abends aus Deuschland ueber Kairo und SSH nach Dahab ( 9.2.08). Der kleine Adam muss am naechsten Tag zur
Schule nach SSH, d.h. frueh aufstehen um den Bus 6.17 Uhr zu erreichen. Gott sei Dank, er ist weg und wir waren nicht zu
Hause. Ich komme die El Fanar Str. zurueck, noch in Gedanken was als erstes faellig ist, da ich ja fast 4 Wochen Deutschland
geniessen konnte. Bei unseren lieben Gaesten der BOOT-Messe moechte ich mich fuer Ihren Besuch auf unserem Stand bedanken,
Papiere und Buchungen sind zu sortieren, Mails zu checken und zu Hause war noch kein Koffer ausgepackt. So in Gedanken
versunken sehe ich in unserem SIRTAKI (von der Strasse aus) viele verschleierte Gestalten. Ich hoere etwas zu Bruch gehen.
Also gehe ich am Hotel vorbei und schaue von der Strandseite ob ich was erkennen kann. Hassan hatte nichts von Besuch,
Gaesten, Klienten o.a. erwaehnt. Da sehe ich vom Lighthouse aus weitere Bedouinen, vermummt mit Stoecken und Steinen bewaffnet
an unserem Pool stehen. Was ist passiert? Was geht da vor sich? Auf jeden Fall darf mich keiner erkennen. Endlich, ich sehe
einen Polizisten in Zivil, der bereits aufmerksam wurde auf die Lage im SIRTAKI. Zumindest hat er den Eindruck vermittelt und
telefonierte nach Polizeiverstaerkung. Dann sehe ich 2 mir bekannte Gesichter, meine Mitarbeiter. Aber einer von ihnen ist
noch in Nachtkleidung und total verstoert. Von ihnen erfahre ich, dass die Bedouinen sie aus dem Schlaf gepruegelt haben und
die Telefone geklaut haben. Weitere Mitarbeiter kommen. Der Koch bittet mich durch einen Gang zu gehen, so dass ich in einem
zum SIRTAKI nahegelegenem Restaurant in Sicherheit vor den Bedouinen bin. Von hier aus rufe ich Hassan an, der ist noch zu
Hause und fluestert ins Telefon, da im Hintergrund die Bedouinen zu hoeren sind und wild-west im SIRTAKI "spielen". Unsere
Gaeste, die ich zwar noch nicht begruesst hatte, jedoch deren Handy-Nr mir bekannt war, schickte ich eine SMS, dass sie im
Hotelzimmer bleiben sollen. Spaeter erfahre ich, dass sie sich im Zimmer verbarikadiert haben bis die Polizei sie befreit hat.
Diese Gaeste, waren so clever, dass Sie ein paar Bilder der Belagerung gemacht haben, die ich meinem Bericht befuege. Zuvor,
da ich das Auto von einem Freund gesehen hatte, also davon aus ging, dass auch er sich im SIRTAKI befindet, rufe ich ihn an um
ihn zu warnen und um Hilfe durch ihn zu bekommen. 3 Stunden harre ich mit einem Knueppel neben mir im Restaurant aus. Ab und
zu das SIRTAKI beobachtend von der Dachterasse bzw. vom Nachbargebaeude aus. Die Mitarbeiter vom Restaurant sind sehr
zurueckhaltend und nett zu mir und versuchen so weit es ihre Moeglichkeiten erlauben, mir mit Wasser, Tee und Kaffee zu helfen.
Dann ruft mich Hassan an, er ist auf der Strasse und konnte den Bedouinen entfliehen. Ich solle das Auto nehmen und wegfahren
- in Sicherheit. Bei einer Freundin angekommen, wusste ich gar nicht was ich sagen sollte. Was ist wirklich passiert? Wichtig
war erst mal, dass ich und auch Adam weit weg waren und Hassan sich unter dem Schutz der Polizei befindet.
Nachmittags als Adam aus der Schule kam, holte ich ihn vom Checkpoint ausserhalb Dahabs ab (die Polizei dort war informiert).
Ich konnte nicht risskieren, dass Adam in die Naehe unseres Hotel oder nach Dahab in die Naehe der Bedouinen kommt.
Nachdem uns eine Freundin mit Essen und Klamotten versorgt hat, geht es ins Hotel Hilton. Hassan hatte es organisiert und uns
dort abgeliefert.
Die naechsten Tage pendel ich zwischen Freundin und Schulbus hin und her um meinem Kind einigermassen Normalitaet geben zu koennen.
Hassan ist auf der Polizeistation und 2 Tage bei der Staatsanwaltschaft in Nuweiba.
Dienstag (12.2.08) war der Staatsanwalt im Hotel und in meiner Wohnung. Vieles ist zerschlagen worden. Geld - viel Geld –
fehlt. Meine Laptoptasche inkl. Laptop, neuem Fotoapparat und die Messepapiere mit den Buchungen sind weg. Ebenso die Papiere
der Bank und Konten. Was noch alles fehlt werde ich spaeter sehen. Die Konten habe ich erst mal sperren lassen. Das war das
Einzige, was ich tun konnte. Ich fuehle mich so allein und so energielos. Wie soll es weitergehen? Kommen nach so einer Aktion
ueberhaupt noch Gaeste zu uns? Gerade hatte sich das Geschaeft wieder erholt nach den Bomben. Ich habe das Gefuehl, dass
Polizei und Behoerden machtlos der Vielzahl der Bedouinen gegenueber stehen. Auch die Deutsche Botschaft, die ich informiert
habe, da bereits am Nachmittag des 10.2.02 auf der Polizeistation Hassan mit Mord an Frau und Kind (also Adam und mir) gedroht
wurde, scheint machtlos. Auch diese verlaesst sich auf die Polizei und die Behoerden.
Fragen wie,
Haben wir die Kraft und auch das Geld alles wieder aufzubauen?
Gewachsene Freundschaften koennen so etwas ueberstehen?
Kommen unsere Strammgaeste wieder?
Koennen wir so ueberhaupt neue Gaeste gewinnen?
Jetzt will ich erst mal in mein Zuhause um wieder Normalitaet zu erwirken. Im Moment bin ich noch im Hilton und habe nichts
weiter als mich selbst. Wie lange wird es noch dauern? Ohne mein Zuhause, ohne Papiere, ohne Geld, ohne allem.
Mein Vater hatte im mich in dieser Zeit versucht telefonisch im SIRTAKI zu erreichen. Ich musste erst selbst verstehen was
passiert ist, bevor ich es ihm erklaeren kann, was hier los ist. Aber was er denkt,…?
Viele Freunde in Dahab lassen mich wissen, dass sie in Gedanken bei uns sind, was toll ist, aber trotzdem sitze ich hier
allein und bin entsetzt ueber das Geschehene.
 Liebe Freunde und Gaeste, ich hoffe, dass Ihr uns trotzdem unterstuetzt und zeigt, dass mit uns nicht alles zu machen ist.
Bitte kommt zu uns nach Dahab ins SIRTAKI und zeigt uns Eure Solidaritaet.
Sobald sich hier die Situation normalisiert hat melde ich mich wieder.
Habt Dank fuer Euer Interresse.
Viele Gruesse
 
SIRTAKI

Heidi und Adam

 


 

 

 

 

 

 

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E-Mail  sirtaki@sirtakidive.com 

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P.Box : 44 Dahab -South Sinai - Egypt.
Tel & Fax : ++20 693 640 414/314
Mobil: ++20 12 329 2007
E-mail : info@sirtakidive.com

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